Partnerschaft Vietlübbe

25 Jahre Partnerschaft zwischen den Kirchengemeinden Repperndorf und Vietlübbe in Mecklenburg

 

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Mit einem bewegenden Gottesdienst feierten 28 Mitglieder der Kirchengemeinde Repperndorf in Vietlübbe (Mecklenburg) die Silberhochzeit mit der dortigen Kirchengemeinde. Pastorin Irene de Boor und Pfarrerin Doris Bromberger leiteten den Abendmahlsgottesdienst in der ältesten Dorfkirche Mecklenburgs, einem 1000 Jahre alten Backsteinbau.

Anschließend gab es einen Empfang, bei dem auch alle bisherigen Pastoren und Pastorinnen anwesend waren, die die Partnerschaft bisher begleitet hatten. Pfarrer Bausenwein und Dekan Steinbach, die in Repperndorf Dienst getan hatten, hatten jeweils eine Grußbotschaft geschickt.

Pfarrer Steinbach hatte gemeinsam mit Pastor Nagel bei einem Treffen in Ostberlin 1986 die Verbindung in die Wege geleitet.

1988 fuhren die ersten Repperndorfer die über 600 km nach Norden in die DDR – damals noch mit Privat-PKW. Mit Schaudern erinnerten sich diejenigen, die damals dabei waren, an die schikanösen Grenzkontrollen.

„Wenn wir mit den Vietlübbern Ausflüge machten, fuhren die Stasiautos hinter uns.“ erzählt Peter Faßold, der seit dem 1. Treffen dabei ist. „Bei unseren bunten Abenden wurden wir kritisch beäugt, weil wir gegen das Versammlungsverbot verstießen“, weiß Erich Weidemann, der Vietlübber Organisator, zu berichten.

Zu einem ersten Gegenbesuch durften nur die Rentner ausreisen.

Nach der friedlichen Revolution und dem Mauerfall wurde die Vietlübber Gruppe sogar im Rathaus der Stadt Kitzingen empfangen.

 

Die meisten Partnerschaften zwischen bayerischen und mecklenburgischen Kirchengemeinden schliefen nach der Wende ein. Man suchte sich nähere Partner in Thüringen oder in Schleswig-Holstein.

Nicht so die Repperndorfer. Ihre Partnerschaft hat sich immer mehr vertieft. Sie treffen sich jedes Jahr für vier Tage abwechselnd in Vietlübbe und in Repperndorf. Neben einem Kulturprogramm – dieses Jahr ging es in den Ratzeburger Dom und zur Ostsee - kommt auch die Geselligkeit nie zu kurz. Der gemeinsame Gottesdienst und die Andachten bilden das Herzstück des Beisammenseins.

Der Austausch über die Sorgen und Probleme, der ganz ähnlich strukturierten Gemeinden, die aber in einem völlig anderen Umfeld ihren Glauben leben, ist für beide Seiten anregend.

Das Geheimnis dieser langen Partnerschaft sind die engen Freundschaften, die zwischen den Familien inzwischen gewachsen sind. Man wohnt oft schon seit Jahren in der gleichen Gastfamilie, hält auch unterm Jahr miteinander Kontakt und nimmt so an Freud und Leid der anderen engen Anteil.

 

So fuhren die Repperndorfer nach einem sonnigen langen Wochenende erfüllt mit wunderbaren Eindrücken von gemeinschaftlichen Erlebnissen zurück ins regennasse Franken.

Dass in diesem Jahr wieder ein paar Jugendliche mitgefahren sind, freut den Repperndorfer Organisator Reinhard Beck besonders. Das macht Hoffnung, das die Partnerschaft lebendig bleibt – vielleicht bis zur Goldenen Hochzeit?